Besseres Klima? Streit um Zukunft und Gesellschaft
27.10.26, 19 Uhr in der Evangelischen Akademie auf dem Römer, Frankfurt/Main
„Wohin wir auch schauen – wir wünschen uns ein besseres Klima. Im gesellschaftlichen Miteinander, im politischen Diskurs, in den internationalen Beziehungen, in Realwirtschaft und Finanzsektor, nicht zuletzt auch in der dramatischen Veränderung des Klimas. Nur leider erwecken öffentliche Debatten gegenwärtig den Eindruck, als gäbe es dabei nur Entweder-Oder: Investitionen in Klima oder Soziales, Klima oder Wirtschaft. Aber hat das Nachhaltigkeitsmodell der UN nicht eigentlich drei Säulen – Ökonomie, Ökologie und Soziales? Können wir das Klima schützen, ohne unser gesellschaftliches Klima zu gefährden? Und wenn ja, wie sollen wir das finanzieren? Oder sollten wir besser fragen, wer?
In unserer Veranstaltung diskutieren … über die Verantwortung des Finanzsektors für Klimaschutz und die sozial-ökologische Transition. Wie gestalten wir die Zukunft, und welche Prioritäten wollen wir setzen?“
Podium:
1. Dr. Bastian Bergerhoff, Kämmerer der Stadt Frankfurt
2. Markus Müller, Deutsche Bank, Nachhaltigkeitsbeauftragter Privatkundengeschäft
3. Claudia Tober, Geschäftsführerin Cric e.V.
4. Dr. Astrid Herrmann, Head of CSR und Sustainable Finance bei der Evangelischen Bank
Alle Jahre wieder erscheint die Austrian ESG Funds Survey der rfu research:
Die Kernaussage lautet:In Österreichs Fondsbranche gibt es keinen ESG-Backlash, wenngleich die Jahre des Wachstums einer Konsolidierung auf hohem Niveau gewichen sind.
Von insgesamt 236,5 Milliarden Euro in Wertpapierfonds österreichischer Fondsgesellschaften sind per 31.12.2025 …
… nachhaltig im weiteren Sinn (deklariert nach Art. 8 oder 9 SFDR): 731 Fonds mit 120,6 Milliarden Euro bzw. 51,0% Marktanteil. Damit ist – wie bereits im Vorjahr (51,4%) – jeder zweite Euro deklariert nachhaltig. Das Volumen ist im letzten Jahr von 113 Milliarden Euro um 6,7% gewachsen.
… zertifizierte, anspruchsvolle ESG-Fonds (Umweltzeichen, FNG-Siegel): 155 Fonds mit 33,9 Milliarden Euro bzw. 14,3% Marktanteil. Dies ist ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr: 35,4 Milliarden Euro bzw. 16,1% Marktanteil.
Sustainable Finance Award – Bewerbungsfrist wurde Ende Juni beendet!
Vielen Dank für die zahlreichen Einreichungen!
Die Bewerbungsphase für den Sustainable Finance Award 2026 ist nun abgeschlossen. In den kommenden Wochen wird die Jury ihre Arbeit aufnehmen und die eingereichten Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten begutachten.
Wir freuen uns bereits auf die Preisverleihung am 9. November 2026 in Düsseldorf, bei der die besten Arbeiten ausgezeichnet werden.
Nachlese:
Blickpunkt Wissenschaft: Von Zusammenarbeit zu Wirkung – Kollaboratives Engagement und die nächste Stufe der Stewardship
Stewardship befindet sich in einem deutlichen Wandel. Während lange Zeit die Frage im Vordergrund stand, ob Investoren aktiv mit Unternehmen in den Dialog treten, verschiebt sich der Fokus zunehmend hin zur Frage, wie wirksam dieses Engagement tatsächlich ist.
Diese Entwicklung war Ausgangspunkt der aktuellen Ausgabe von Blickpunkt Wissenschaft, in der aktuelle Forschung und Praxisperspektiven zu kollaborativem Engagement und Stewardship Effectiveness diskutiert wurden. Im Zentrum standen die Bedingungen wirksamer Investorenkooperation, die empirische Evidenz zur Wirkung von Engagement sowie neue Ansätze zur Bewertung von Stewardship.
Kollaboratives Engagement zwischen Öffnung und Anreizproblemen
Mit dem EuGH-Urteil und der anschließenden Anpassung der BaFin-Auslegung zu „Acting in Concert“ hat sich der regulatorische Rahmen für kollaboratives Engagement in Deutschland spürbar verändert. Die größere rechtliche Klarheit könnte Investorenkooperationen erleichtern und damit neue Impulse für Stewardship setzen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass regulatorische Erleichterungen allein nicht ausreichen. Entscheidend ist, wie Kollaboration organisiert wird.
Benjamin Ruppert beschreibt in diesem Zusammenhang ein zentrales Spannungsfeld: das „Platform Dilemma“. Während große Investoren häufig erhebliche Ressourcen in die Koordination von Engagement-Initiativen investieren, profitieren alle teilnehmenden Investoren von den Ergebnissen – unabhängig von ihrem eigenen Beitrag. Die Frage, wie sich Führungsverantwortung und Anreizstrukturen in solchen Plattformen nachhaltig gestalten lassen, bleibt damit zentral für die Zukunft kollaborativen Engagements.
Wirkung im Kontext komplexer Systeme
Die zweite Perspektive von Nikolaus Hastreiter betraf die Frage nach der Wirkung von Engagement. Forschung zu Initiativen wie Climate Action 100+ zeigt, dass Investorenengagement mit Veränderungen in Unternehmensstrategien und -praktiken einhergehen kann. Gleichzeitig ist die eindeutige Zuordnung dieser Veränderungen zu einzelnen Akteuren schwierig.
Unternehmensverhalten entsteht im Zusammenspiel von Investoren, Management, Marktbedingungen sowie regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen. Insbesondere bei systemischen Herausforderungen wie dem Klimawandel wird deutlich, dass Stewardship nur einen Beitrag innerhalb eines breiteren Transformationsprozesses leisten kann.
Damit rückt ein differenzierteres Verständnis von Wirkung in den Vordergrund: weniger als lineare Kausalität, stärker als Beitrag innerhalb eines Systems.
Stewardship Effectiveness als neue Perspektive
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach der Messbarkeit und Bewertung von Stewardship an Bedeutung, eingebracht von Christoph Biehl, PhD. Klassische Aktivitätskennzahlen reichen zunehmend nicht mehr aus, um Wirkung abzubilden.
Internationale Initiativen wie der GPIF oder das French Sustainable Investment Forum sowie aktuelle wissenschaftliche Arbeiten entwickeln daher Ansätze, die stärker auf Outcomes, Beiträge und langfristige Veränderungen abzielen.
Im Kern verschiebt sich die Perspektive von der Frage, was Investoren getan haben, hin zu der Frage, welchen Unterschied ihr Handeln gemacht hat.
Zentrale Erkenntnisse
Aus der Diskussion lassen sich drei Entwicklungen ableiten:
Erstens: Kollaboratives Engagement wird durch regulatorische Klarheit erleichtert, aber nicht automatisch wirksamer.
Zweitens: Stewardship wirkt nicht isoliert, sondern innerhalb eines Systems aus Unternehmen, Märkten und Politik.
Drittens: Die zentrale Zukunftsfrage lautet, wie sich Stewardship nicht nur dokumentieren, sondern in seiner Wirkung nachvollziehbar bewerten lässt.
Fazit
Stewardship befindet sich an einem Übergang von einer aktivitätsorientierten hin zu einer wirkungsorientierten Logik. Entscheidend wird künftig weniger sein, wie viel Investoren engagieren, sondern welchen Beitrag dieses Engagement im Zusammenspiel mit anderen Akteuren tatsächlich leistet.
Damit rückt eine grundlegende Frage in den Mittelpunkt:
Wie lässt sich Investor Stewardship in komplexen Transformationsprozessen sinnvoll verstehen, bewerten und weiterentwickeln?
Wir danken der tollen Moderation von Dr. Catherine Marchewitz, ein Dank an unsere Vortragenden: Benjamin Ruppert, Nikolaus Hastreiter und Dr. Christoph Biehl, PhD und allen über 40 Teilnehmenden für die angeregte Diskussion.
Präsentationen:
„Collaborative Engagement – Einblick in aktuelle Forschung“ von Benjamin Ruppert, PhD candidate Universität Flensburg & Senior Engagement Officer bei LBBW AM :
„Stewardship Effectiveness: Wie lässt sich wirksames Stewardship bewerten?“ Dr. Christoph Biehl, PhD, Senior Specialist Stewardship, rezonanz & Lecturer, Technische Hoschule Ingolstadt: Biehl, Christoph, Stewardship effectiviness – rezonanz-2026
World-Café: Das liebe Geld, Divestment, Franziskus und ich
Geld als Treiber der ökologischen Transformation nutzen am Samstag, den 16. Mai 2026
Im World-Café beleuchten fünf Tische unterschiedliche Perspektiven auf Geld, Verantwortung und Transformation – von persönlichen Haltungen über ethische Geldanlagen bis hin zu strukturellen Veränderungen in Kirche und Gesellschaft
World-Café
14.00–15.30 Das liebe Geld, Divestment, Franziskus und ich
(p PU32)
Geld als Treiber der ökologischen Transformation nutzen
Br. Thomas Abrell OFM, Provinzökonom der deutschen Franziskanerprovinz, München
Sr. Juliane Flormann OSF, Ökonomin des Klosters Sießen, Bad Saulgau
P. Matthias Maier OFM, Präsident von Franziskaner Helfen, Bonn
Claudia Tober, Geschäftsführerin des cric e.V. – Corporate Responsibility Interface Center, Frankfurt/Main
Vorbereitet von: Christians for Future und Franziskaner Helfen
Ort: Congress Centrum, Saalebene, Raum 7/8, Kranenkai (39)
Nächste Haltestelle: Congress Centrum (4)Moderation: Daniel Körber & Georg Sauerwein
Das gesamte Programm finden Sie hier: https://static.katholikentag.de/production/htdocs/fileadmin/2020/2026/pdfs/Programm_Katholikentag2026.pdf,
Das World Café auf Seite 156.
Gastbeitrag – im Vorfeld der zweiten Europäischen Konferenz für kirchliche Investoren.
Kirchliche Investoren wollen ihren Einfluss stärker nutzen
Kirchliche Geldanleger nehmen bereits heute über ihre Investitionen Einfluss auf Unternehmen. Die entscheidende Frage ist, wie aktiv sie diese Rolle wahrnehmen. In der kommenden Woche treffen sich in Innsbruck kirchliche Investoren aus ganz Europa und darüber hinaus zu einer Konferenz, um die Möglichkeiten zu diskutieren, ihren Einfluss stärker geltend zu machen.
Sie treten damit aktiv der Versuchung entgegen, Investieren als moralisch neutrale, weitgehend technische Angelegenheit zu betrachten, als eine reine Frage der Daten zu Risikomodellen, Finanzkennzahlen und Vermögensallokation, bei der die eigene Wertehaltung außen vorgelassen wird. Doch diese Sichtweise ist nicht nur unzureichend, sie ist grundlegend falsch. Kirchliche Geldanleger haben schon immer die Position vertreten, dass Investitionen nicht nur die Berücksichtigung finanzieller, sondern auch ethisch-nachhaltiger Aspekte erfordert. Auch die menschliche Perspektive und qualitative Faktoren sind zu beachten, nicht nur Transaktionen und Quantitatives. Wenn wir investieren, bringen wir zum Ausdruck, was wir für möglich halten, was wir für wertvoll erachten und wessen Gedeihen in unseren Augen zählt.
Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich diese umfassendere Sichtweise auf Investitionen mit dem Ziel vereinen lässt, langfristig nachhaltige Renditen z.B. für die Begünstigten kirchlicher Pensionskassen zu erzielen. Diese Sichtweise erkennt an, dass Renditen grundlegend von Gesellschaften abhängen, deren ökologische und soziale Systeme nachhaltig und widerstandsfähig sind.
Für Kirchen ist jede Entscheidung, wohin Kapital fließt, eine, die beeinflusst, unter welchen Umständen Menschen arbeiten, und welche Technologien gefördert werden. Sie ist auch eine Entscheidung für oder gegen die Einhaltung christlicher Werte.
So hat die Ethical Investment Advisory Group (EIAG) der Church of England betont, dass Investitionen eine Erweiterung des kirchlichen Auftrags sind. Auch für den Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI) in der evangelischen Kirche in Deutschland gilt: „Das kirchliche Handeln im Bereich der Geldanlagen soll nicht im Widerspruch, sondern im Einklang mit Gottes Geboten und dem kirchlichen Auftrag stehen“. Das vatikanische Dokument „Mensuram Bonam. Glaubensbasierte Maßstäbe für katholische Kapitalanleger: Ein Ausgangspunkt und Aufruf zum Handeln“ aus dem Jahr 2022 vertritt einen sehr ähnlichen Standpunkt und betont: Investoren bewerten Märkte nicht nur – sie gestalten sie. Darum soll eine „Kohärenz zwischen Glauben und finanziellen Entscheidungen“ praktiziert werden. Die Entscheidungen von Investoren können „zur Schaffung einer gerechteren und nachhaltigeren Welt beitragen“ – oder das Gegenteil bewirken.
Gelegentlich wird von kirchlichen Einrichtungen die Befürchtung geäußert, kirchliche Vermögen seien zu klein, um die damit verbundene Gestaltungsmacht zu nutzen. Im Vergleich zu Staatsfonds, globalen Vermögensverwaltern und internationalen Banken sind die Ressourcen der Kirchen bescheiden. Welchen Einfluss können sie realistischerweise haben? Kirchliche Anleger wissen: weit mehr, als zunächst vermutet, wenn auch vielleicht nicht in der Weise, wie erwartet.
Kirchliche Investoren können multinationalen Konzernen keine Bedingungen diktieren oder jeden möglichen Schaden verhindern. Aber sie können mit ihnen in den Dialog treten, Normen setzen und vorleben, wie verantwortungsbewusstes Investieren aussieht. Sie können dort zusammenarbeiten, wo andere ausweichen, Klarheit zeigen, wo andere schwanken, und geduldig sein, wo andere sofortige Renditen verlangen. Sie können die Ersten sein, die unbequeme Fragen stellen, oder die Letzten, die ein schwieriges, aber vielversprechendes Engagement aufgeben. Sie bringen ein moralisches Vokabular in Bereiche, in denen es oft fehlt und Menschlichkeit in Gespräche, die von bürokratischer Gleichgültigkeit geprägt sind.
Kirchliche Investoren tun dies seit Jahrzehnten, ja sogar seit Jahrhunderten, von den Anfängen börsennotierter Unternehmen bis hin zu einer Reihe aktueller Initiativen. Dazu gehört die Transition Pathway Initiative, die von kirchlichen Investoren mitbegründet wurde, sowie: „Find it, Fix it, Prevent it“, eine Initiative gegen moderne Sklaverei. Die “Mental Health Benchmark“ unter der Leitung des Vermögensverwalters CCLA wurde unter anderem unterstützt von der Church Investors Group, einem Zusammenschluss kirchlicher Investoren mehrere Konfessionen in Großbritannien und den „Shareholders for Change“, einem europäischen Netzwerk, dem führende Vertreter des glaubenskonformen Investierens angehören. „De Nieuwe Beurskoers“, ein niederländisches Netzwerk kirchlicher Investoren, setzt sich für Arbeitnehmerrechte und gegen moderne Sklaverei ein. Der Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI) ermutigt Finanzdienstleister wie die Commerzbank erfolgreich, auf die Finanzierung des Tiefseebergbaus zu verzichten. Die Pensionskasse der Church of England engagiert sich für mehr Arbeitssicherheit im Bergbau. Kirchliche Investoren waren zudem Wegbereiter in den globalen Initiativen „Nature Action 100“, „Climate Action 100+“ und der Investoren Initiative für Daten zu Menschenrechten (II-HRD). Die von kirchlichen Investoren mitbegründete Transition Pathway Initiative hat die Unterstützung von über 80 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen gewonnen und wird weltweit aktiv genutzt, um Investitionen in den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu lenken.
Diese Aktivitäten kirchlicher Investoren erfordern Klarheit, Kreativität und Beharrlichkeit. Veränderungen beginnen oft nicht mit großen Gesten, sondern mit konsequentem Handeln derer, die sich der langfristigen Perspektive verschrieben haben. In einer Welt, in der systemische Risiken zunehmend Renditen bestimmen, ist Passivität eine Entscheidung – eine, die die Zukunft anderen überlässt. Glaubenskonforme Investitionen erfordern aktive Verantwortung. Sie äußert sich darin, Erwartungen gegenüber Unternehmen zu benennen, schwierige Fragen zu stellen und bereit zu sein, alle Instrumente der ethisch-nachhaltigen Geldanlage zu nutzen, um Verhalten und Normen zu verändern und so langfristig auch den ökonomischen Wert der Vermögen zu erhalten.
Dabei stützen sich Kirchen auf den biblischen Auftrag: „Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes .“ (1. Petrus 4,10). Verantwortung beginnt mit der Erkenntnis, dass das, was wir besitzen, uns nicht gehört, sondern uns lediglich vorübergehend anvertraut ist.
Ausschlüsse von Unternehmen können eine Mitschuld vermeiden, aber es mag in gewissen Situationen bessere Möglichkeiten geben, Einfluss zu nehmen, die genutzt werden müssen, um Unternehmen zu beeinflussen, Märkte zu gestalten und eine humanere Zukunft zu finanzieren.
Kirchliche Investoren machen ihre Werte transparent und setzen diese konsequent um. Sie müssen sich jedoch dabei sowohl gegen einen Moralismus wehren, der zu stark vereinfacht, als auch gegen einen Pragmatismus, der alles entschuldigt. Integrität bedeutet, Grenzen anzuerkennen und ehrlich mit den Spannungen umzugehen, die dem Spagat zwischen Mission und finanzieller Verantwortung innewohnen.
Letztendlich geht es bei verantwortungsvollem Investieren für kirchliche Institutionen nicht nur darum, Schaden oder Reputationsrisiken zu vermeiden oder ESG-Kriterien abzuhaken. Es geht darum, die Welt so zu sehen, wie sie ist, Macht und Einfluss zu verstehen und dann zu entscheiden, wie man dazu beitragen kann, eine Welt zu schaffen, die in besserem Einklang mit Menschenwürde, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung steht. Es geht darum, Investitionsverpflichtungen zu erfüllen und eine Zukunft zu finanzieren, in der es sich zu leben lohnt.
Dr Stephen Barrie, Deputy Chief Responsible Investment Officer at the Church of England Pensions Board
Giuseppe van der Helm, Chair of De Nieuwe Beurskoers, a Dutch Christian investor association
Stephen Beer, Chair of the Church Investors Group, which represents church institutional investors in the UK and worldwide
Dr Jörg Mayer, Chair of Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI), which represents church institutional investors in Germany
Alessandra Viscovi, Secretary General of the CIID Italian Interreligious Centre for Dialogue
David Reusch, Chair of cric e.V, a sustainable investment association in Germany, Austria, and Switzerland
Paolo Camoletto, COO and Financial Secretary of the Archdiocese of Westminster, UK
25. Juni 2026 von 11.00 bis 12.30 Uhr
Über viele Jahre waren gemeinsame Engagement Aktivitäten von Investoren in Deutschland mit rechtlichen Unsicherheiten verbunden. Nach dem Urteil des EuGH hat die BaFin im März 2026 ihre Regelung zu „Acting in Concert“ grundlegend aktualisiert. Diese Entwicklung stellt einen wichtigen Meilenstein für kollaboratives Engagement dar und ist auch für emittierende Unternehmen von erheblicher Relevanz.
Was ist nun nach dem EuGH-Urteil und der Reaktion der BaFin zu erwarten? Und: führt die Zusammenarbeit von Investoren tatsächlich zu messbaren Veränderungen bei Unternehmen?
In dem Webinar beleuchtet und diskutiert Dr. Catherine Marchewitz mit SFA-Preisträger 2024 Benjamin Ruppert, Nikolaus Hastreiter und Christoph Biehl, PhD, aktuelle Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen zu kollaborativem Engagement und Stewardship Effectiveness. Im Mittelpunkt stehen regulatorische und institutionelle Rahmenbedingungen für Investorenkooperationen, empirische Evidenz zur Wirkung von Engagement-Initiativen wie etwa CA100+ sowie die Frage, wie wirksames Stewardship heute gemessen und bewertet werden kann.
Sprecher:
· Benjamin Ruppert, PhD candidate Universität Flensburg & Senior Engagement Officer bei LBBW AM
· Nikolaus Hastreiter, PhD candidate in Environmental Policy and Development, London School of Economics
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Klimagerechtigkeit: „Welche Rolle spielt Geld bei der Erreichung entwicklungspolitischer Ziele im Globalen Süden?“ laden wir am 11. Juni 2026 zu einer Online-Fachtagung mit erfahrenen Expert:innen zur Thematik der Taxonomien ein.
Klimagerechtigkeit: Von Taxonomien zu Transformation
Die Auswirkungen des Klimawandels trifft den globalen Süden besonders stark. Für Klimaschutz, Anpassung und die Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele ist privates Kapital zentral. Finanzströme und Investitionsentscheidungen beeinflussen maßgeblich, wie schnell sozial-ökologische Transformation gelingt. Viele Länder des Globalen Südens haben inzwischen eigene Finanztaxonomien entwickelt, um nachhaltige Investments zu lenken.
Unsere Online-Fachtagung am 11. Juni 2026 beleuchtet diese Entwicklung und Implementierung von Taxonomien, vereint Erfahrungsberichte von Projekten und Investitionen in den globalen Süden, dahinterliegende Werte und Werthaltungen.
Programm:
„Klimagerechtigkeit: Von Taxonomien zu Transformation
– Perspektivwechsel & Einblicke –
10:15 Uhr Begrüßung & Einführung
Claudia Tober, cric. e.V.
10:30 Uhr Perspektivenwechsel – unsere EINE Welt im Fokus
Reinhard Heiserer, Jugend Eine Welt
11:00 Uhr Finanztaxonomien: ein entscheidendes Puzzleteil der Klimapolitik
Dr. Catherine Marchewitz, Mitglied im cricTANK und Geschäftsführerin Governance & Values
11:20 Uhr Lessons Learned –Taxonomieentwicklung für LDC’s am BeispielBhutan
Lena Dovidat, the greenwerk, Climate Advisory Network
11:40 Uhr Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung von Taxonomien am Beispiel ausgewählter Entwicklungsländer
David Rusnok – Climate & Company
12:00 Uhr Diskussionsrunde: Wirkung und Erfolge von Taxonomien im Globalen Süden
12:30 Uhr Ende
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Das Konzept der Veranstaltungsreihe: Klimagerechtigkeit setzt an einer Verantwortungsübernahme für die Folgen des Klimawandels an, die ungleich verteilt sind. Insbesondere die Länder und Kontinente des Globalen Südens, wie Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien haben mit klimabedingten Schäden zu kämpfen. Die Veranstaltungsreihe Klimagerechtigkeit besteht aus acht Online-Veranstaltungen und einer Konferenz mit der Bedeutung des Kapitals für die Klimagerechtigkeit auseinander, wobei die folgenden Fragestellungen zentral sind:
Wie kann Kapital klimagerichtet und entwicklungspolitisch wirksam eingesetzt werden?
Wie können entwicklungspolitische Zielsetzungen im Rahmen der ethisch-nachhaltigen Vermögensanlage umgesetzt werden?
Welche Rolle spielen Taxonomien?
Wo stoßen aktuelle Konzepte nachhaltiger Finanzmärkte an ihre Grenzen?
Damit widmet sich die Reihe Klimagerechtigkeit dem breiten Kanon der Nachhaltigkeit von Umwelt, Sozialem und Governance. Die Veranstaltung bringt Fachpersonen aus der Finanzbranche, kirchliche Organisationen und die Zivilgesellschaft zusammen, um aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zu diskutieren.
Auf diese Weise soll die Konferenz den direkten Austausch und ein breiteres Themenspektrum ermöglichen, um den persönlichen Austausch und ein Bewusstsein über die Wirkungen und Potentiale ethisch-nachhaltiger Geldanlage zu schaffen, neue Kompetenzen etwaiger Chancen und Risiken nachhaltiger Geldanlagen zu erkennen, wie auch einen Einblick für spätere Handlungsmöglichkeiten zu erhalten.
Das Projekt wird gefördert von
im Auftrag des:
Workshop: „Führung in instabilen Zeiten – wenn lineare Konzepte nicht mehr greifen.“
Höher, schneller, weiter – dieses Muster verliert in vielen Organisationen zunehmend an Wirkung. Dieser Impulsworkshop zeigt, wie Führung auch dann gelingt, wenn Unsicherheit, Komplexität und hoher Druck den Alltag bestimmen. Im Zentrum stehen Selbstführung, klare Priorisierung und ein bewusster Umgang mit Energie und Belastung. So entsteht mehr Führungsklarheit, innere Stabilität und eine gesunde Entscheidungsfähigkeit in volatilen Zeiten.
Geleitet wird der Workshop von Ing. Christian Mang, MBA, Unternehmensberater, Coach und Experte für systemische Führung. Er begleitet seit vielen Jahren Führungskräfte und verbindet systemische und hypnosystemische Ansätze, um Klarheit, Wirksamkeit und Resilienz in anspruchsvollen Markt- und Organisationsumfeldern zu stärken.
Programm:
Montag, 04. Mai 2026: Austausch- und Vernetzungstreffen von 17:00 bis 19:00 Uhr, Impuls Vision, Vertrauen, Verantwortung – Leadership-Impulse von Don Bosco von Pater Peter Rinderer SDB gefolgt von einem gemeinsamen Abendessen.
Dienstag, 05. Mai 2026: Workshop „Führung in instabilen Zeiten – wenn lineare Konzepte nicht mehr greifen.“ von 09:00 bis 13:00 Uhr, mit anschließendem Mittagessen.
Referent: Ing. Christian Mang, MBA, Unternehmensberater, Coach und Experte für systemische Führung. Gründer und Geschäftsführer Beratungs‑ und Weiterbildungsinstitut „the green field“ in Wien.
Referent: Pater Peter Rinderer SDB
Moderation: Mag. (FH) Marlies Hofer-Perktold, Stv. Leitung Wirtschaft und Finanzen der Diözese Innsbruck und Stv. Vorstandsvorsitzende von cric e.V.
Termin: Montag, 04. Mai 2026, 17:00 – 19:00 Uhr mit anschließendem Abendessen
Dienstag, 05. Mai 2026, 09:00 – 13:00 Uhr mit anschließendem Mittagessen
Beitrag: € 90,00
€ 45,00 für Mitglieder von cric e.V. oder haupt- bzw. ehrenamtliche Mitarbeiter:innen in Diözese und Pfarren
Anmeldung: bis Dienstag, 28. April 2026
unter:
Gemeinsam mit dem Zentralen Dienst Wirtschaft und Finanzen der Diözese Innsbruck und cric e.V. -Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei der Geldanlage www.cric-ethik.finance
Am 06. März 2026 luden wir zu unserer Fachtagung mit anschließender Mitgliederversammlung in Köln ein.
In den Räumlichkeiten der Ampega Investment GmbH wurde das hochaktuelle Thema Investments in den Rüstungssektor diskutiert. Unter der Leitfrage: „Wie nachhaltig sind Investments in Rüstung: zwischen Frieden, Nachhaltigkeit, Rüstung und Peacewashing?“ wurden interessante Impulse gesetzt.
Ulrike Lohr von der Südwind e.V. beleuchtete die jüngsten Entwicklungen über Investments im Bereich Rüstung.
Anschließend gab es Input von Axel Wilhelm (NKI-Institut für nachhaltige Kapitalanlagen GmbH) zum Thema autonome Waffensysteme;
von Jutta Hinrichs (Pax-Bank für Kirche und Caritas eG) über die Position der kirchlichen Investoren auf Rüstungsinvestments
und von Dr. Michael Heumann(Arete Ethik Invest AG) der Investments in Rüstung im ethischen Kontext kritisch hinterfragte.
In der anschließenden Diskussionsrunde nutzten die Teilnehmer die Chance sich intensiv über das Thema Rüstung auszutauschen. Das anschließende gemeinsame Mittagessen rundete die Fachtagung erfolgreich ab.
Im Anschluss fand die Mitgliederversammlung von cric e.V. für alle anwesenden Mitglieder statt.
Danke an alle Teilnehmer für diesen schönen, anregenden Vormittag und besonders den Gastredner:innen sowie Ampega Investment für die Nutzung ihrer Räumlichkeiten.